HOHNER KIRCHE

20 JAHRHUNDERT

1901

Die Teutoburger Wald Eisenbahn wird eröffnet.

In Sichtweite der heutigen Kirche entsteht das Bahnbetriebswerk.

Beide Bahnhöfe mit den Kröner und Wicking Werken

Der Bahnhof der Staatsbahn wird nach Süden verlegt.

Der TWE Bahnhof folgt erst 1928.

Arbeiter beim Kalkbrechen

Als Folge des Eisenbahnbaus ist der Fachkräftemangel in der Kalkindustrie so groß, dass 200 italienische "Fremdarbeiter" angeworben werden (bis 1914).

 

1902

Die ev. Frauenhilfe beginnt sich in Hohne zu treffen.

Schule Hohne III

1903

Wegen weiterhin steigender Schülerzahlen wird die Schule Hohne III gebaut (Schrägweg).

1945 wurde sie durch einen Bombentreffer zerstört. Die Schüler wurden anderen Schulden zugeschlagen oder wurden Im Gasthaus Kortkamp (Lienener Str.) unterrichtet.

Erst 1953 konnte die Schule wieder eröffnet werden.

Intruper Schule

1905

Die Einwohnerzahl Lengerichs  ist von 6.068 Menschen (1871) auf 10.036 angestiegen.

Ca. 1.000 von ihnen arbeiten in der jungen Lengericher Industrie.

Hohne hat 2.146 Einwohner (500 Haushalte),
Intrup 856 Einwohner (200 Wohneinheiten).

Auch in Intrup wird eine Schule erstellt.

1906

Oskar Knigge wird Pfarrer im neuen 3. Pfarrbezirk (Hohne, Intrup nördlich der Eisenbahn mit Schollbruch).

1915 zieht er zunächst in das neuerbaute 3. Pfarrhaus in der Bahnhofstr. 59.

1907

Durch die Innere Mission erfolgt die Gründung einer "Kleinkinderschule" in der Krönerstr. 6 mit einer Gemeinde- und einer "Fabrikschwester".

Bis 1960 hält sich hier der Hohner Kindergarten.

Krönerstr. 6 nach dem Umbau heute

Aus den Anfangsjahren der Kleinkinderschule

und um 1938.

Taufschale aus der Krönerstraße

Der Hohner Teil der Kirchengemeinde versammelte sich hier zunächst alle 4 Wochen.

Ab 1914 wird jede Woche Gottesdienst gefeiert im "Betsaal" genannten Anbau am Kindergarten.

1909

Der "Kriegerverein Hohne" (1908) pflanzt eine Kaisereiche (gegenüber der Eisenbahnunterführung). Sie wird 1922 zum Kriegerdenkmal erweitert.

Aber auch die Gesangsvereine sind aktiv. So errichteten die Sänger des Arion aus Findlingen das Denkmal für den "Isernen Biabaum" (= Eiserner Betbaum).

Konfirmanden 1910 im Vereinshaus mit Pastor Knigge

Konfirmationsurkunde 1910. Motiv Berpredigt: "Selig sind die Sanftmütigen, Barmherzigen, Friedensstifter..."

 

 

1915

Für Konfirmationen ist das Vereinshaus zu klein: sie werden weiterhin in der Stadtkirche gefeiert.

Das Kriegsgeschehen hat unübersehbaren Einfluss auf die Konfirmationsurkunden: "Gott mit uns" sowie "Ein feste Burg ist unser Gott, ein feste Wehr und Waffen" lassen bereits patriotische Durchhalte-Parolen ahnen.

Die Bildunterschrift weist darauf hin, dass es sich bei den knieenden Jugendlichen um Kriegsfreiwillige handelt.

Das Pfarrhaus (1912 erbaut)

1917

Ein großzügiges Pfarrhaus an der Lienener Str. wird gekauft, in das im Oktober Pastor Friedrich Fiebig einzieht.

Zu seinen Aufgaben gehört es u.a., an vier Sonntagen Gottesdienste zur "Heidenmission" zu gestalten.

Pfarrhaus, Kirche, Friedhof ca. 1959

1919

Am 12. April wird der Friedhof in Dienst genommen.

Luise Hilgemann (1853-1919) wird als Erste auf dem Hohner Friedhof beigesetzt.

Trauung Beckmann / Hölscher im Betsaal

1922

Konfirmationsurkunden der noch gar nicht gebauten "ev.- reformierten Kirche zu Lengerich-Hohne" werden unterzeichnet mit: "Dein Seelsorger Fiebig".

Auch Hochzeiten werden bis 1925 im Beetsaal abgehalten.

Wieck / Lindemann (ca. 1920)

Für heutige Zeiten ungewöhnlich: die Kombination von schwarzem Kleid und weißem Schleier.

BAU DER KIRCHE

Links vom Eingang Konfirmandenraum, rechts Kirche.

1920

Im März legt Baurat Karl Siebold eine Skizze für eine evangelische Notkirche in Hohne vor mit 460 Plätzen nach dem Prinzip "dehnbare Kirche" (die Kirche ist bei Bedarf um den Konfirmanden- Raum erweiterbar).

Dieser Entwurf stößt bei den Hohnern aber auf wenig Gegenliebe.

Entwurf Mai 1922

1921

Im Sommer wird stattdessen der Architekt Albert Schmöler (Gelsenkirchen-Rotthausen) beauftragt, statt einer "dehnbaren" eine erweiterungsfähige Kirche mit bis zu 1.200 Plätzen zu planen. Zu diesem Zeitpunkt hat der Hohner Bezirk knapp 1.700 Kirchenmitglieder.

40.000 Mark hatten die Hohner bereits angespart. Hinzu kommt am 2. Juli eine Zusage von der Hauptverwaltung der Wicking-Werke (Münster) über 50.000 Mark plus kostenlose Zementlieferungen (ebenfalls 50.000 Mark) ergänzt am 26.9. durch ein Kaufangebot für das Vereinshaus Krönerstr. für 80.000 Mark.

Inflationsbedingt scheint im November jedoch nur noch eine vom selben Architekten geplante "Notkirche" für 600 Personen aus Fachwerk in Reichweite (241.000 Mark Kosten).

Am 16. Dezember schätzt Pastor Fiebig selbst deren Baukosten schon auf 400.000 Mark.

1922

Im März verwirft die Hohner Baukommission den Bau der Notkirche. Sie wollen eine Massivkirche und beginnen, intensiv Baumaterialien zu organisieren.

Zement ist durch die Wicking-Werke kein Problem, Teilmengen können sogar gegen Bruchsteine eingetauscht werden (Stock & Hagen, Bocketal).

Die Firma Schlenkhoff (Herne) wird überredet, kostenfrei Holz zu liefern. Man hofft eine zeitlang sogar auf eine Spende aus den USA (Carl-Friedrich Banning).

Bei der TWE beißt man sich allerdings die Zähne beim Versuch aus, die Frachtkosten für die Bruchsteine aus dem Bocketal zu reduzieren.

An der Hauptverwaltung vorbei schlägt die Kirchengemeinde der TWE eine Nacht- und Nebel-Aktion vor:

"Es ist eine rasche Regelung dieser Frage dringend geboten, und dürfen wir wohl annehmen, daß Sie ohne Fühlungnahme mit Ihrer Hauptverwaltung in der Lage sind, durch eine entsprechende Zusage die Durchführung des fraglichen Projektes weitgehendst zu fördern... Wir bemerken noch, daß sich Ihre Betriebsbeamten und Lokomotivpersonal dem Lieferanten der Steine, Herrn Stock gegenüber bereit erklärt haben, mit Ihrer Zustimmung die Abholung und Beförderung der betreffenden Waggons gerne kostenlos vorzunehmen; es dürfte unserer Ansicht nach doch unerheblich sein, ob Sie den Kohlenzügen in Brochterbeck noch einige Wagen mit Bruchsteinen anhängen lassen..."

(Schreiben an die TWE Betriebsverwaltung 4. Mai 1922)

Die Hauptverwaltung in Berlin erfährt davon, verwahrt sich gegen diese Abkürzung und weist darauf hin, dass sie in erster Linie ihren Aktionären verpflichtet sei und sich "politisch und konfessionell neutral" zu verhalten habe. (13.5.1922)

Übrigens sollte die damalige Hauptbahnlinie viergleisig ausgebaut werden mit einer Straßen-Unterführung, die genau auf dem Hohner Kirchplatz geendet hätte.

Bei allen Vorbereitungen zum Kirchbau bleibt dennoch die Gemeindearbeit im Blick. So macht sich Pastor Fiebig für die Jugendlichen stark und schreibt an Dr. Mann von den Wicking-Werken am 26. April:

"Würden Sie wohl gestatten, dass wir mit unserem Verein Sonntag-Nachmittags in den Berg gehen zum Spielen? Es kommt ein Platz in Frage bei der sogenannten Talsperre - so von den  Jungens genannt - die früher zu den Krönerwerken gehörte... einen Spielplatz müssen wir haben, wenn der Verein gedeihen soll..."

Im selben Brief wird auch die Gründung eines Posaunenchores in Aussicht gestellt.

Mitglieder der Hohner und Lengericher Posaunenchöre (vor Lengericher Vereinshaus?)

Bereits am 13. Juni kommen die ersten zwei Waggons mit Steinen aus dem Bocketal an der Hohner Kirche an. Oft kam es Verzögerungen.

Das Holz folgt später.

Lienener Str. 116

Beim Abladen, Schleppen und Lagern gingen die Hohner wo nur möglich selbst zur Hand. Hilfreich war der damals noch direkt am Bauplatz liegende Bahnanschluss zum ehemaligen Kalkwerk Windmöller & Co. (heute Südende der Bachstr.).

Am 17. September wird unter kirchlicher Beteiligung das "Kriegerdenkmal" an der Bahnunterführung eingeweiht. Zuvor hatte Architekt Albert Schöler einen Entwurf eingereicht (6.1.1922) mit zeitgenössisch-patriotrischem Pathos:

"das Vaterland (der Adler) dankt seinen Helden mit dem verdienten Lorbeer. Dieser Lorbeer kann und darf nicht genommen werden, das ganze deutsche Volk hat Anrecht daran, deshalb beugt er sich - denn auch den Ruhm der reinen, blanken Waffe, der ehrlicher Gesinnung möchten uns die  Feinde rauben - wie in schützender Wut über den seinen Helden gespendeten Lorbeer..."

Sollte die tatsächliche Ausführung aus guten Gründen schlichter ausgefallen sein?

Das Grab von Dr. Mann, dahinter Kampmeier (Betriebsleiter Sclenkhoff-Werke)

1923

Im Frühjahr ist Baubeginn der Kirche.

Pastor Fiebig war es gelungen, Dr. Mann von den Wicking-Werken (heute Buzzi-Dyckerhoff) als einen der treibenden Kräfte zu gewinnen.

Ihm zur Seite stand der Bauinginieur Johannes Butenweg und Professor Nieper.

Friedrich Fiebig, Pastor in Hohne 1917-29 *

Pastor Fiebig und Helfer sammelten in der Gemeinde, wo sie nur konnten. Was am meisten zu schaffen machte, ist die Inflation: so kosten im August 1923 drei Glocken aus Bochum 267 Millionen Mark. Im März 1924 sind es immer noch 3130 Goldmark plus Transport, Versicherung und Zoll aus dem besetzten Ruhrgebiet.

Stattdessen werden die Glocken mit Uhrwerk bei der Firma Ulrich und Weule (Bockenem) bestellt.

Angebot für die Glocken aus dem besetzten Bochum

Konfirmationsurkunde 1923. Motiv: Jesus bei Martha und Maria

Grundsteinlegung 30.3. 24 *

1924

Mehrfach hatte Karl Siebold vom Betheler Bauamt Veränderungen eingefordert, schließlich handele es sich "nur um eine Landkirche".

Der Turm wird darum versetzt, aber gegenüber der Bauzeichnung vom Juni 1923 um ein Stockwerk  erhöht. Der Kirchraum behält die Breite von 11 Metern, wird jedoch in der Länge eingekürzt, um Platz für den Konfirmandensaal und somit für bis zu 425 Personen zu schaffen.

Dennoch kommt herbe Kritik vom Hochbauamt Münster am 21. Mai: die im August eingereichte Dachkonstruktion sei nicht tragfähig, zudem sei die Kirche "im Inneren und Äußeren gleich unbefriedigend". Weiter wird gefragt, wo denn die kirchenaufsichtliche Genehmigung für den Bau sei?

Diese kommt erst am 5. August. Da war die Kirche bereits zu drei Vierteln fertig.

Kirche in Eilshausen

Immerhin war es dem Architekten Siebold vom Bauamt Bethel gelungen, das Prinzip "dehnbarer Kirchen" durchzusetzen, wie er es zuvor schon in der wesentlich größeren Kirche von Herford-Eilshausen (1914-1924) umgesetzt hatte.

 

 

Am 22. Dezember bedankt sich Pastor Fiebig bei Dr. Mann für eine Spende zugunsten des Jugendvereins:

"Erfreulicherweise geht's mit der Jugendarbeit nun tüchtig voran,
seitdem der Jugendsekretär da ist."

Nach einem Bericht über die Finanzlage dankt er ebenfalls für "einen ganz prächtigen Weihnachtshasen", der ihm überbracht wurde.

1925

Im Winter 1924/25 liefern die Hohner Bauern Roggen für den Kirchbau. Den erhalten Erwerbslose, die dafür die Sandsteine behauen.

Ab März läuten die Gußstahl-Glocken vom Kirchturm bei Beerdigungen. Bauarbeiten und Fundraising laufen auf Hochtoren.

Letzte Konfirmation im Vereinshaus mit Pastor Fiebig (1925)

Hohner Kirche um 1930: Der damalige "Triumphbogen" trennte Kirchenschiff und Chorraum. *

Eingeweiht wurde die Kirche am 9. August (Zeitungsbericht). Die Decke im Chor war hellrot, die übrigen Wände zartgrün.

Das erste gemeinsame Lied in der neuen Kirche (bei noch unfertiger Orgel):

    "Sollt ich meinem Gott nicht singen,
    sollt ich ihm nicht dankbar sein..."

Festlicher Einzug mit Posaunenchor *

Feierliche Übergabe *

Kirche mit altem Pfarrhaus und Kalkwerk Windmöller im Hintergrund

Noch im November weist der Orgelbauer Fleiter (Münster) darauf hin, dass 8.277 Mark an ihn zu zahlen sind.

Antwort der Gemeinde: "muß Ihnen zu meinem Bedauern mitteilen, ... sich wegen der Begleichung des Restbetrages noch zu gedulden."

Hohner Kirche mit Fleiter-Orgel (Aufnahme 1950)

1929

1928

Zum Gemeindealltag gehören auch Totengräber und Küster.

Was die neben ihrer normalen Arbeit zu leisten hatten, ist beachtlich.

1930

Eine letzte Saalschlacht zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten findet in der Gaststätte Brunsmann (Centralhof) statt.

1932

Bei den Wahlen erreichen Sozialdemokraten und Kommunisten in den Stimmbezirken von Intrup und Hohne erstaunliche 56% (NSDAP 31%).

 

 

BEKENNENDE KIRCHE

In den Dreißiger Jahren werden in der Kirche die Paramente ausgetauscht. Statt "Gott ist die Liebe" ist nun zu lesen "Jesu hilf siegen". Der tiefere Sinn ergibt sich aus dem Lied 373 aus dem Evangelischen Gesangbuch:

    "Jesu, hilf siegen und laß mich nicht sinken;
    wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn
    und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken,
    laß doch viel heller dann deine Kraft sehn..."

Teil-Liste von Mitgliedern der Bekennenden Kirche

Mit Pastor Brandes stellt sich ein beachtlicher Teil der Hohner Gemeinde auf die Seite der Bekennenden Kirche (vgl. Stadtkirche 3).

 

 

 

Sportplatz "Hohner Schweiz"

1934

Die Kirche erhält einen neuen Innenanstrich.

Am 2.9. hält Pastor Brandes einen Gottesdienst zur Einweihung des Sportplatzes.

Zwei Jahre lang hatten die Hohner zuvor zur Schaufel greifen müssen.

Sportplatz, Staudamm, Turnhalle

Ein damals im Osten gelegener Stausee existiert nicht mehr.

Der in den Kriegsjahren zur Turnhalle umgebaute Maschinenraum der ehemaligen Krönerwerke wird 1945 durch Panzerbeschuss zerstört.

Am 16. November wird Pastor Brandes zum Superintendenten der Bekennenden Kirche für den Kirchenkreis Tecklenburg gewählt.

1935

Nach Abschaffung des Religionsunterrichts an den Schulen wird der dreijährige Konfirmanden-Unterricht eingeführt.

Ehemaliges Kaufhaus Gutmann

Wohl in Vorbereitung auf die Nürnberger Rassegesetzte (15.9.35) wird der Kaufmann Erich Gutmann am Samstag (!), 17. August, von "meheren Hundert" unter Prügel in die Stadt getrieben.  Ohne Anlass wird ihm "Rassenschande" vorgeworfen, um den politisch motivierten Boykott jüdischer Geschäfte voranzutreiben. Der Protest aus Hohne ist leise.

Knapp vor der Progromnacht 1938 gelingt ihm und seiner Familie die Auswanderung in die USA. Der Vater Philipp und die Schwiegermutter Helene Grünberg bleiben zurück. Philipp stirbt in einem Frankfurter Altersheim, Helene in den Niederlanden.

1936

Pastor Brandes wird Mitglied im westfälischen Bruderrat der Bekennenden Kirche.

1937

Wilhelm Niemöller predigt in der Hohner Kirche. Die sogenannten "Roten Karten" der Bekennenden Kirche sind als Ausweis mitzuführen.

Ausflug mit Pastor Brandes

1939

Das Vereinshaus (Hohne 142) wird von der Kirchengemeinde gekauft, da dem Verein "zur Unterhaltung und Instandsetzung... jegliche Mittel fehlen."

Pastor Brandes mit Konfirmanden

1940

Auch im Krieg rattern die schmalspurigen Kalkbahnen durch Hohne.

Der  Fachkräftemangel wird dieses Mal durch Zwangsarbeiter ausgeglichen.

1942

Eine teure Reparatur der Orgel stand an.

1944

Ab März sehen die Hohner täglich die Kolonnen der Häftlinge der Aussenstelle des KZ Neuengamme beim Schichtwechsel auf ihrem Weg von der Gaststätte Brunsmann zum alten Lengericher Tunnel.

In der Ev. Schule Hohne sind Zwangsarbeiter untergebracht aus den Niederlanden und Italien. Der Unterricht findet ersatzweise im Vereinshaus Krönerstr. und in den Dyckerhoff-Baracken an der Lienener Str. statt.

1944

Am 14. März ist die Beerdigung von Friedrich Brandes, der mit 15 Jahren als Flakhelfer starb.

Ein in Reichskriegsflagge gehüllter Sarg, Ehrenspalier von Jungvolk und Hitlerjugend, Salutschüsse der Soldaten sind den älteren Hohnern noch in Erinnerung, allerdings mit gemischten Gefühlen.

13. MÄRZ 1945

Eine Woche vor der Konfirmation wird Hohne bombardiert. Ziel der Alliierten: Mit den Bahnanlagen die Nachschwubwege der Deutschen zu unterbrechen.

32 Wohnhäuser werden total zerstört, 39 schwer.
534 Personen müssen evakuiert werden.
48 Personen sterben.

Lienener Str. am 13.3.1945

Die Aufräumarbeiten beginnen sofort unter Einbeziehung von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen.

Noch in der Nacht erreicht die zuggebundene 5. SS-Eisenbahnbaubrigade mit bis zu 160 Häftlingen den Lengericher Bahnhof zu riskanten Aufräumarbeiten.

Der Luftdruck der Explosionen zerstörte die Fenster der Hohner Kirche. Sie wurden mit Holzverschlägen geflickt.

Getroffen sind auch die Schulen Hohne 2 (Enge Gasse) und Hohne 3 (Schrägweg). Der Unterricht wird darum nach dem Krieg in Gaststätten und Wohnzimmer verlegt.

Eine Frau und ein unbe- kannter Zwangsarbeiter als zivile Opfer

Am 19. März folgt die Beerdigung von 23 Gemeindegliedern auf dem Hohner Friedhof (Liste).

Bis heute erinnert eine Grabplatte an weitere der insgesamt 48 Opfer des 13. März.

Auf dem Stadtfriedhof werden weitere 5 Personen beerdigt (darunter 2 Zivilisten, 2 Soldaten, 1 Ostarbeiterin), die Katholiken verzeichnen 3 Todesfälle.

APRIL 1945

Noch Stunden nach der erfolgten Besetzung Lengerichs (2. April, Ostermontag) kommt es östlich der Hohner Kirche zu letzten Kampfhandlungen. Ein zerschossener britischer Panzer blockiert für eine Zeit lang die Lienener Straße.

Wenig weiter ein liegengeblieber Lastwagen der Deutschen. Abenteuerlustige Jungen finden am 7. April unter dem Fahrersitz eine Handgranate und zünden sie. Der 11jährige Friedrich Vahrenhorst stirbt durch die Explosion.

Am 18. April folgen zwei Erwachsene beim Versuch Munition zu entfernen.

 

LISTE DER LUFTANGRIFFE AUF LENGERICH

Flyer zur Hohner Kirche

* Bilder mit freundlicher Genehmigung vom Fotohaus Kiepker

AKTUELLES

Zum 1.2.2021 zu besetzen:

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Weitere Informationen

Ev. Kirchengemeinde Lengerich:

TRAUER-FEIERN IN DER CORONA-KRISE

vgl. Bericht tagesschau

Alle anderen Veranstaltungen
(auch Gottesdienste, Taufen, Trauungen)
sind bis Ende April abgesagt.

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